Bäume pflanzen oder nachwachsen lassen

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Was ist der Unterschied?

Wenn man darüber redet, Bäume zu pflanzen, denkt man daran, junge, neue Bäume zu pflanzen.

Diese jungen Bäume werden letztlich zu ausgewachsenen Bäumen, die ihrer Umwelt und den Menschen, die dort wohnen, viele Vorteile bringen.

In unseren Projekten pflanzen wir keine Bäume, sondern lassen sie wieder nachwachsen und unterstützen neue, natürlich vorkommende Sprossen beim Großwerden. In unseren Projektgebieten in Afrika gab es früher viele Bäume. Die meisten wurden in der Vergangenheit gefällt und als Brennholz, Bauholz oder zur Herstellung von Kohle benutzt, oder um Raum für die Landwirtschaft zu schaffen. Wir bringen den Landwirten in unseren Projekten eine bestimmte Methode bei, die ihnen hilft, diese gefällten Bäume zurückzubringen und die die natürlich vorkommenden Sprossen beim Überleben unterstützt. Diese Methode heißt Farmer Managed Natural Regeneration (FMNR, von Landwirten selbst verwaltete natürliche Regeneration), oder wie wir sie gerne nennen: Kisiki Hai, Suaheli für: „lebender Baumstumpf“.

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Wie geht das?

Was von gefällten Bäumen übrig bleibt, sieht wie ein toter Baumstumpf aus.

Doch die Wurzeln dieser Bäume leben oft noch, weshalb aus dem Stumpf kleine Triebe wachsen. Da es davon viele gibt, bekommt keiner genug Energie um richtig zu wachsen. Mit der Kisiki Hai-Methode werden die meisten Triebe gestutzt und nur zwei bis drei behalten. Die Landwirte stutzen nicht nur die Triebe, sondern schützen auch die, die sie wachsen lassen, vor der Tierwelt. Denn für sie sind die Triebe ein gefundenes Fressen. Indem die Triebe also gestutzt und geschützt werden, können sie wieder zu großen Bäumen heranwachsen! Die Kisiki Hai-Methode unterstützt nicht nur gefällte Bäume beim Nachwachsen, sondern auch natürlich vorkommende Sprossen beim Großwerden, indem sie von weidendem Vieh und der Tierwelt geschützt werden.

Möchtest du über diese Methode und deren positive Auswirkungen auf die Umwelt mehr erfahren?

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Die Vorteile

Bäume nachwachsen zu lassen hat dem Pflanzen neuer Bäume gegenüber einige Vorteile:

  1. Nachwachsende Bäume und natürlich vorkommende Sprossen haben bessere Überlebenschancen, da es sich um einheimische Arten handelt, die sich bereits an das örtliche Klima angepasst haben;
  2. Die gefällten Bäume haben bereits ein Wurzelsystem, und es reicht tief in die Erde. Dadurch erreichen sie das tiefe Grundwasser, was ihre Überlebenschancen zusätzlich steigert;
  3. Wenn wir Bäume nachwachsen lassen oder natürlich vorkommende Sprossen schützen, wachsen dabei oft verschiedene Arten. Das erhöht die Artenvielfalt. Beim Anpflanzen neuer Bäume wird oft nur eine Art für ein großes Gebiet verwendet.

Ob neu gepflanzt oder nachgewachsen, das Vorkommen von Bäumen hat viele Vorteile: sie halten das Regenwasser im Boden und ihr Schatten hindert das Wasser am Verdunsten. Es ist also mehr Wasser vorhanden, wodurch das Gebiet wiederbegrünt wird, was sich wiederum positiv auf den Klimawandel, die Natur, die Artenvielfalt und die Menschen auswirkt.

CHAPOA TU!

Die 4 Schritte von Kisiki Hai (auf Suaheli):

Eselsbrücke: CHAPOA TU!

1. CHAgua: such die Baumstümpfe aus, die du beschützen möchtest;

2. POgolea: such die besten Triebe am Stumpf aus und stutze alle anderen;

3. Alama: markiere den Baum, indem du ein buntes Stück Stoff um den Stamm bindest, den du nachwachsen lassen möchtest;

4. TUnza: beschütze die Bäume das ganze Jahr über!

Chapoa tu

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Du möchtest mehr über diese Technik und ihren positiven Effekt auf die Umwelt erfahren?